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Montag, 06. September 2010
 

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Christian Birkes Blog

Meine persönlichen Eindrücke und Tipps

Christian Birke, Geschäftsführer des familiengeführten Hotel Birke in Kiel an der Ostsee, Schleswig-Holstein, berichtet in seiner "Flaschenpost" aus dem Hotel, dem Restaurant Fischers Fritz und von Plätzen in Schleswig-Holstein, die auch für Sie interessant sein könnten - Lesen Sie sich doch einfach mal ein und erfahren Sie Neues von "Vor und hinter dem Deich"!

 

Kiel. Landeshauptstadt an der Förde

Kiel. Landeshauptstadt an der Förde

Kiel ist Historie, Kiel ist Industrie, Kiel ist Segeln, Kiel ist Handball, Kiel ist Meer. Mehr eine Stadt auf den vierten oder fünften Blick – wenn nicht sogar für den sechsten Sinn. Nicht verführerisch einladend wie Hamburg oder Berlin. Nicht nett oder hübsch – Attribute die niemand gerne hört, stattdessen regieren in Kiel Kontraste und Widersprüche. Es gibt keine Berge, von denen man einen versöhnlichen Blick auf die Stadt werfen könnte. Kiel muss man auf einer Ebene liegend entdecken, eingezwängt zwischen Land und Meer. Eine Stadt zwischen Stohl und Stein sozusagen.

Bilder spiegeln Geschichten, regen an zum Nachdenken, zum Nachmachen. Jeder interpretiert Aufnahmen anders, aber allen gemein ist: Sie dokumentieren ein Stück Zeitgeschichte. Es geht um Orte, an denen jeden Tag Menschen vorbeigehen, ohne sie zu beachten. Ein Stück Alltäglichkeit im Alltag. „Ich möchte ein Kiel zeigen, dass jeder Einwohner tagtäglich erlebt, aber nicht mehr wahrnimmt“, sagt Tom Körber. Kiel besitzt weniger historische Gebäude als andere Städte, dafür umso mehr Geschichte. Kiel braucht Visionen, künstlerische, architektonische als auch städteplanerische. Vielleicht ist dieses Fotobuch ein kleiner Anfang.

Alle Aufnahmen wurden mit einer Großformat-Panorama-Kamera im Format 6x17 gemacht, elf Mal größer als ein herkömmliches Kleinbildformat. Panoramen eignen sich vor allem für Landschaften, deren Weite im Bild kein Ende zu nehmen scheint. Innerhalb einer Stadt allerdings sind den breiten Ausmaßen städtebauliche Grenzen gesetzt, was den Reiz der Panoramafotografie erhöht. Das Fotobuch beginnt in Marienfelde am Westufer und endet in Stein am Ostufer. In der Mitte liegt die Landeshauptstadt Kiel. Alle Fotos wurden analog aufgenommen und mit Photoshop nur minimal bearbeitet, um dem Originalbild nach dem Scannen wieder möglichst nahe zu kommen. Digital sind solche Aufnahmen bis dato kaum realisierbar, unzureichend höchstens, mit einer Stichting-Software am Computer. Die Qualität wird dennoch nicht erreicht, von der Bildanmutung ganz zu schweigen. Der Umgang mit dieser Art Kameras setzt viel Erfahrung voraus – keine Mattscheibe, kein automatischer Belichtungsmesser. Für diese Art der Fotografie braucht man etwas, was die meisten Menschen sich nicht mehr nehmen oder nicht mehr haben: Zeit. Rund 1,5 Jahre, von Januar 2008 bis Juni 2009 arbeitete Tom Körber an dem Buch.

Format 30x26cm. 176 Seiten. Preis 34,95 Euro. ISBN: 978-3-00-028534-9
Zu beziehen im Buchhandel, über Amazon bzw. Libri oder über www.tomkoerber.de

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